Achtung: Neue WhatsApp-Betrugsmasche!
Neue WhatsApp-Betrugsmasche
Wichtig:
Die Warnung stammt aus einer seriösen Quelle (levato.de).
Dort findet ihr auch einen Film, der genau zeigt, wie der Betrug abläuft.
Hier der Originaltext:
Eine neue Masche zeigt einmal mehr, wie clever und einfallsreich die Kriminellen mittlerweile vorgehen. Besonders tückisch ist diesmal: Die gefährliche Nachricht kommt von einer vertrauten Person, die man tatsächlich kennt. So glaubt man der im ersten Moment harmlosen Geschichte erst einmal.Diese Masche ist neu und sogar die Polizei warnt schon davor. Wir erklären ausführlich, was dahintersteckt und woran man die Falle erkennt. Und wir zeigen in einem spannenden Film sogar, wie der exakte Ablauf der Masche ist. Wir klicken nämlich den Betrugslink an und zeigen, was danach alles passiert. Schauen Sie sich den Film an. Und warnen Sie Ihre Freunde und Bekannten.
„Kannst du bitte kurz abstimmen?“

Alles beginnt mit einer ganz gewöhnlichen WhatsApp-Nachricht. Ein Freund, Bekannter oder vielleicht sogar ein Familienmitglied bittet Sie um einen kleinen Gefallen. Sie sollen bei einem Wettbewerb für jemanden abstimmen. Vielleicht geht es um ein Kind, eine junge Sportlerin, ein Haustier oder einen anderen Teilnehmer, der angeblich möglichst viele Stimmen benötigt. Solche Bitten wirken zunächst vollkommen harmlos. Und weil die Nachricht von einem bekannten Kontakt kommt, ist man eher bereit, auf den mitgeschickten Link zu tippen. Genau darauf setzen die Betrüger. Denn eigentlich in diesem Fall stammt die Nachricht gar nicht von einem bekannten Kontakt. Kriminelle haben zuvor bereits Zugriff auf dessen WhatsApp erhalten und verschicken nun in seinem Namen weitere Nachrichten. Hier ein Beispiel einer solchen Nachricht.
Die Abstimmung gibt es gar nicht

Nach dem Antippen des Links in der WhatsApp-Nachricht landet man auf einer Internetseite, die wie eine echte Abstimmungsseite aussieht. Dort werden verschiedene Kandidaten mit Bild und Name gezeigt, wie im Foto rechts zu sehen. Das Foto rechts ist ein echtes Bild einer solchen Betrugsseite. Sie können es durch Anklicken vergrößern. Alles soll den Eindruck vermitteln, dass hier tatsächlich ein Wettbewerb stattfindet. Und der Eindruck ist professionell und realistisch! Sehen Sie sich dazu weiter unten unseren Film an. Er zeigt, wie der Betrug abläuft und wie professionell die Internetseite aussieht.
Redaktions-Hinweis: Den link zum gesamten Artikel und zum Film findet ihr hier.
Doch die Abstimmung ist nur der Köder. Die Betrüger wollen erreichen, dass Sie auf der Seite weitere Schritte durchführen. Beispielsweise soll die Telefonnummer angegeben, ein Code bestätigt oder ein QR-Code mit WhatsApp gescannt werden. Dabei Nutzen die Betrüger eine tatsächlich existierende WhatsApp-Funktion, mit der man WhatsApp mit weiteren geräten verbinden kann. Spätestens an dieser Stelle sollten Sie sehr misstrauisch werden. Für eine einfache Internet-Abstimmung ist es niemals notwendig, ein neues Gerät mit Ihrem WhatsApp-Konto zu verbinden.
Verknüpfte Geräte
Zentraler Bestandteil des Betrugs ist ein Zahlencode oder QR-Code und hier steckt der besonders raffinierte Teil dieser Betrugsmasche. WhatsApp besitzt nämlich eine Funktion namens „Verknüpfte Geräte“. Damit können Sie Ihr WhatsApp-Konto beispielsweise zusätzlich am Computer verwenden. Das ist eine ganz normale und nützliche Funktion von WhatsApp. Um ein neues Gerät mit WhatsApp zu verbinden, wird mit Zahlencodes oder mit QR-Codes gearbeitet. Genau diese Möglichkeit machen sich die Betrüger zunutze. Sie versuchen, das Opfer dazu zu bringen, im Zusammenhang mit der angeblichen Abstimmung einen QR-Code zu scannen beziehungsweise per Zahlencode eine Geräteverknüpfung zu bestätigen.
Das Opfer denkt: „Ich bestätige jetzt meine Stimme.“ Tatsächlich kann es aber passieren, dass dadurch ein fremdes Gerät (der Computer der Betrüger) mit dem eigenen WhatsApp-Konto verbunden wird. Das Bemerkenswerte daran ist: Die Betrüger müssen WhatsApp dafür nicht „hacken“. Sie versuchen vielmehr, den Nutzer mit einer erfundenen Geschichte dazu zu bringen, eine echte WhatsApp-Funktion selbst auszuführen.
Wir haben uns die betrügerische Internetseite ganz genau angesehen und den Betrug ausprobiert, uns also absichtlich in die Rolle eines vermeintlichen Opfers begeben. Dabei haben wir eine erfundene Handynummer angegeben, um zu sehen, was als nächstes passiert.
Was machen die Betrüger mit dem WhatsApp-Zugang?
Gelingt die Verknüpfung, können die Täter sofort WhatsApp im Namen des Opfers verwenden. Und damit beginnt möglicherweise die nächste Runde des Betrugs. Nun können Freunde, Verwandte und Bekannte des Opfers angeschrieben werden. Diese sehen eine Nachricht von einem vertrauten Kontakt und schöpfen deshalb zunächst keinen Verdacht. So kann sich die Masche immer weiter verbreiten: Eine Person fällt auf die falsche Abstimmung herein, WhatsApp wird missbraucht, die Kontakte der Person erhalten ebenfalls die Abstimmung, weitere Personen fallen darauf herein.
Zusätzlich können die Betrüger versuchen, die Kontakte um Geld zu bitten. Beispielsweise wird eine angebliche Notlage erfunden und behauptet, man benötige dringend finanzielle Hilfe. Genau darauf sind schon einige Menschen hereingefallen.
Gerade weil die Nachricht scheinbar von einem Menschen kommt, den man persönlich kennt, kann eine solche Geschichte glaubwürdig wirken. Ein bekannter Absender ist keine Garantie mehr, dass man in einer sicheren Umgebung ist. Das ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis aus dieser neuen Betrugsmasche. Bislang haben wir häufig geraten, vor allem bei Nachrichten von unbekannten Nummern besonders vorsichtig zu sein. Dieser Rat gilt natürlich weiterhin. Aber er reicht heute nicht mehr aus. Auch eine Nachricht, die im ganz normalen WhatsApp-Chat eines guten Bekannten erscheint, kann von einem Betrüger geschrieben worden sein. Das bedeutet natürlich nicht, dass Sie nun jeder Nachricht Ihrer Freunde misstrauen müssen. Werden Sie aber aufmerksam, wenn Sie unerwartet einen Link erhalten und anschließend ungewöhnliche Dinge tun sollen.
Besonders vorsichtig sollten Sie sein, wenn Sie:
– einen QR-Code scannen sollen
– einen WhatsApp-Code weitergeben oder eingeben sollen
– Ihre Telefonnummer auf einer unbekannten Seite angeben sollen
– in WhatsApp den Bereich „Verknüpfte Geräte“ öffnen sollen
– für einen einfachen Vorgang mehrere ungewöhnliche Bestätigungen durchführen sollen
Im Zweifel kurz nachfragen
Es gibt einen sehr einfachen Schutz vor dieser Masche: Fragen Sie bei ungewöhnlichen Nachrichten kurz nach. Wenn Ihnen beispielsweise Ihre Nachbarin eine Nachricht mit einem Abstimmungslink schickt, können Sie sie einfach anrufen und fragen: „Hast du mir gerade diesen Link geschickt?“ Wichtig ist dabei, möglichst einen anderen Kommunikationsweg zu verwenden, beispielsweise einen normalen Telefonanruf. Denn wenn bereits jemand Zugriff auf das WhatsApp-Konto hat, könnte theoretisch auch der Betrüger auf eine WhatsApp-Nachfrage antworten.
Wenn man darauf hereingefallen ist
Wenn Sie befürchten, dass Sie auf eine solche Masche hereingefallen sind, sollten Sie möglichst schnell in WhatsApp nachsehen. Öffnen Sie WhatsApp und suchen Sie in den Einstellungen nach dem Bereich „Verknüpfte Geräte“. Dort können Sie sehen, welche anderen Geräte mit Ihrem WhatsApp-Konto verbunden sind. Taucht dort ein Computer, Browser oder anderes Gerät auf, das Sie nicht kennen, sollten Sie dieses Gerät sofort abmelden.
Falls Sie bereits aus WhatsApp ausgeloggt wurden oder die Meldung erhalten, dass “Ihre Telefonnummer auf einem neuen Gerät registriert wurde”, melden Sie sich mit Ihrer Telefonnummer erneut bei WhatsApp an. Geben Sie dabei den sechsstelligen Code ein, den WhatsApp Ihnen per SMS oder Anruf sendet. Dadurch wird der fremde Zugriff, den die Betrüger eingerichtet haben beendet.
Informieren Sie außerdem Ihre Kontakte, wenn über Ihr Konto bereits verdächtige Nachrichten verschickt wurden. So verhindern Sie möglicherweise, dass Freunde und Bekannte ebenfalls auf die Masche hereinfallen.